Wissenswertes und Entstehung des Badminton

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Allgemeines
Die Ballsportart Badminton ist ein Rückschlagspiel, das mit einem Federball (Shuttlecock) und jeweils einem Badmintonschläger pro Person gespielt wird. Dabei versuchen die Spieler, den Ball so über ein Netz zu schlagen, dass die Gegenseite ihn nicht den Regeln entsprechend zurückschlagen kann. Es kann sowohl von zwei Spielern als Einzel, als auch von vier Spielern als Doppel oder Mixed gespielt werden. Es wird in der Halle ausgetragen und erfordert wegen der Schnelligkeit und der großen Laufintensität eine hohe körperliche Fitness. Aber auch auf bereits relativ niedrigem technischem Niveau kann ein Spiel zustande kommen. Weltweit wird Badminton von über 14 Millionen Spielern in mehr als 160 Nationen wettkampfmäßig betrieben.
Der Begriff Badminton wird oft fälschlicherweise mit dem Freizeitspiel Federball gleichgesetzt, das im Gegensatz zu Badminton möglichst lange Ballwechsel zum Ziel hat, während Badminton ein Wettkampfsport ist und nach festen Regeln gespielt wird.
Badminton ist die schnellste Ballsportart gemessen an der Geschwindigkeit, die der Ball nach dem Abschlag erreichen kann. Im August 2013 stellte Tan Boon Heong aus Malaysia einen neuen Weltrekord mit 493 km/h auf. Dieser Rekord ist von Guiness World Records zertifiziert. In keiner anderen Sportart erreichen Bälle eine derart hohe Geschwindigkeit.
(Quelle: Wikipedia)

Badminton stellt hohe Ansprüche an Reflexe, Grundschnelligkeit und Kondition und erfordert weiterhin für ein gutes Spiel Konzentrationsfähigkeit und taktisches Geschick. Lange Ballwechsel und eine Spieldauer ohne echte Pausen fordern eine gut entwickelte Ausdauer. Die Tatsache, dass durch den leichten Schläger Änderungen in der Schlagrichtung ohne deutliche Ausholbewegungen zu erreichen sind, macht Badminton zu einem extrem raffinierten und täuschungsreichen Spiel. Dem schnellen Angriffsspiel ist nur durch gute Reflexe und sehr bewegliche Laufarbeit zu begegnen. Der Wechsel zwischen hart geschlagenen Angriffsbällen, angetäuschten Finten sowie präzisem, gefühlvollem Spiel am Netz ist es, was die Faszination von Badminton ausmacht.

Badminton  Badminton Badminton                                                        Badminton

Badminton hat gewisse Ähnlichkeit mit einem der anderen Rückschlagspiele, dem Tennis: Beide Sportarten werden mit Schläger und Ball gespielt, auf einem Spielfeld mit Netz und es wird in Punkten und Sätzen gezählt. Abgesehen von diesen Aspekten unterscheiden sich Badminton und Tennis jedoch in grundlegenden Dingen: Das Badmintonfeld ist deutlich kleiner als das Tennisfeld, gespielt wird außerdem immer in der Halle. Die Schläger unterscheiden sich, der Badmintonschläger ist wesentlich leichter als der Tennisschläger. Der Spielball (Federball) ist ein anderer und darf im Gegensatz zum Tennisball den Boden nicht berühren. Und auch wenn in beiden Sportarten nach Sätzen gezählt wird, ist die Zählweise an sich komplett unterschiedlich.

Um Badminton ausüben zu können, werden folgende Materialien benötigt:

  • Federball:
    Der Federball hat einen Korkfuß, welcher ca. 5g wiegt. Der Federball ist mit einem Feder- oder Plastikkranz bestückt, wodurch er seine besonderen Flugeigenschaften erhält. In der Schule und im Freizeitbereich wird mit einem Kunststofffeder- oder Nylonball gespielt, da dieser kostengünstiger und haltbarer ist als der Naturfederball. Im Profibereich wird ein Naturfederball aus Gänse- oder Entenfedern verwendet.
  • Badmintonschläger:
    Der Badmintonschläger besteht aus einem Griff, Rahmen und einer Bespannung. Ein einfacher Schläger, der für den Schulgebrauch ausreicht, besteht meist aus Stahl und wiegt ca. 120g. Im leistungsbezogenen Bereich wird mit einem Schläger aus Carbon, Aluminium oder Graphit gespielt, welcher nur 80 - 110g wiegt. Bespannt ist der Schläger in der Regel mit einer Kunst- oder Naturdarmsaite. Über den Griff wird ein Griffband gewickelt, welches den Schweiß abhält, damit der Schläger nicht aus der Hand rutscht. Der Preis für einen Badmintonschläger beträgt ca. 20 - 120€.
  • Als Schuhwerk
    werden rutschfeste Sportschuhe und Sportbekleidung benötigt.

    (Quelle: Löwe/ Müller: "Badminton für die Grundschule")

Was verlangt die Sportart von mir?
Das Trainingsniveau ist abhängig davon, ob man Badminton als Freizeitsport oder als Wettkampfsport betreiben möchte. Für ein intensives Spiel braucht man auf jeden Fall eine gute Kondition, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen. Taktische Feinheiten machen das Spiel zudem spannend und den Gegner unberechenbar. Dennoch ist die Verletzungsgefahr relativ niedrig, da kaum ein direkter Kontakt mit Gegner und Ball stattfindet. Beansprucht werden vor allem der Bewegungsapparat - Sprunggelenke, Kniegelenke und die Wirbelsäule - sowie die Spielhand.
(Quelle: Vereinshomepage SV Adler Hämelerwald e.V. 1888)

 Badminton  Badminton   Badminton                                                Badminton

Geschichte
Der Name Badminton wird auf die Leidenschaft des Dukes of Beaufort zurückgeführt, der im Jahre 1872 auf seinem Landsitz mit dem Namen "Badminton House" im englischen Gloucestershire ein Federballspiel namens "Poona" kultivierte, das Kolonialoffiziere aus Indien mitbrachten. 1893 wurde in England der erste Badmintonverband gegründet. Der neue Sport erfreute sich großer Beliebtheit. Schwierigkeiten bereitete es nur, geeignete Sportstätten zu finden. Es musste oft an ungewöhnlichen Orten gespielt werden, denn die einzigen uneingeschränkt geeigneten Räumlichkeiten zu dieser Zeit waren Kirchen. Das hohe Mittelschiff einer Kirche bot dem Federball freie Flugbahn und die Kirchenbänke dienten den Zuschauern als Logenplätze.

Die heutigen Regeln, die in 130 Ländern der Erde gelten, entstanden in England und wurden vom Bath Badminton Club in London festgelegt. Er richtet noch heute die "All England Badminton Championships" aus, die erstmalig 1899 durchgeführt wurden. Im Jahr 1902 trat der Bad Homburger Club dem englischen Verband bei. Nach dem 1. Weltkrieg verbreiteten Soldaten das Spiel über die ganze Welt. Am 05. Juli 1934 wurde die Internationale Badminton Federation (IBF) mit Sitz in London gegründet.

In Deutschland wurde das Spiel in den fünfziger Jahren durch die Bonner Fabrikanten Dr. Hans Riegel und Paul Riegel, die das Spiel in Dänemark kennen gelernt hatten, bekannt und populär gemacht. Die erste Federballwelle breitete sich über Deutschland aus und es kam zu ersten Vereinsgründungen.

Am 18. Januar 1953 wurde der Deutsche Badminton Verband durch 30 Vereine in Wiesbaden gegründet. Dieser ist Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB) und im Nationalen Olympischen Komitee (NOK) für Deutschland. Das bedeutendste Turnier des DBV sind die seit 1955 ausgetragenen Internationalen Deutschen Meisterschaften, die German Open.

Während in den 1960er Jahren eine gewisse Stagnation der Mitgliederzahlen zu beobachten war, erfolgte in den 1970er Jahren im Zuge der Erstellung zahlreicher neuer Sporthallen ein wahrer Badminton-Boom. Dieser Aufschwung mit teilweiser Verdreifachung von Mitgliederzahlen in Verbänden und Vereinen hielt bis Ende der 1980er Jahre an, als viele Tennishallen zu Badminton-Zentren umgebaut wurden. In den 1990er Jahren wurde erneut eine leichte Stagnation spürbar und seit der Jahrtausendwende sind die Mitgliederzahlen im DBV sogar leicht rückläufig, trotz der Integration von Badminton in den Schulsport.

Dem Deutschen Badminton-Verband gehören derzeit 16 Landesverbände mit etwa 217.000 Mitgliedern in 2.700 Vereinen an. Darüber hinaus gibt es etwa 4,5 Millionen Freizeitspieler ohne Vereinszugehörigkeit, die Badminton mehr oder weniger regelmäßig in einem der vielen Zentren betreiben.

 

Hier noch ein paar Aussagen über Badminton:

„Badminton ist eine schier endlose Kettenreaktion körperlicher Explosionen: Immer wieder Sprünge, Schmetterschläge mit Kraft und Witz aus einem schier unerschöpflichen Reservoir von Kondition. Sicher ist es die anstrengendste aller Schlagsportarten.“
(Dr. H.-W. Müller-Wohlfahrt, bedeutender Orthopäde und Sportmediziner, unter anderem für den Deutschen-Fussball-Bund [DFB] und den FC Bayern München tätig)

 „Ein Badmintonspieler sollte verfügen über die Ausdauer eines Marathonläufers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Sprungkraft eines Hochspringers, die Armkraft eines Speerwerfers, die Schlagstärke eines Schmiedes, die Gewandtheit einer Artistin, die Reaktionsfähigkeit eines Fechters, die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers, die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters, die psychische Härte eines Arktisforschers, die Nervenstärke eines Sprengmeisters, die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren, die Besessenheit eines Bergsteigers sowie über die Intuition und Phantasie eines Künstlers.

Weil diese Eigenschaften so selten in einer Person versammelt sind, gibt es so wenig gute Badmintonspieler.“
(Martin Knupp: aus dem Yonex Badminton-Jahrbuch 1986)

 

Badminton auf Wettkampfebene
Badminton ist ein anerkannter Wettkampfsport und kann wie bereits beschrieben somit auch auf professioneller Ebene betrieben werden. Wie in anderen Sportarten auch (z.B. Fussball, Handball etc.), gibt es beim Badminton ein Ligasystem. Die höchste Spielklasse in Deutschland stellt die Bundesliga dar, gefolgt von der 2. Bundesliga und der Regionalliga als dritthöchsten Liga. Danach folgen die unteren Ligen der jeweiligen Bundesländer. Nachfolgend eine kleine Grafik, die den Punktspielbetrieb in Niedersachsen zeigt und kurz erläutert:

Punktspielbetrieb Niedersachsen

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